#1 27.10.2016 15:55

Jürgen
Mitglied

Schaltnetzteile und defekte Elkos

Auf dem Vernetzungstreffen in Bielefeld wurde ja über die bekannten defekten Elkos in Schaltnetzteilen diskutiert und wie man die Fehler erkennen kann.
Eine Idee war ja, einfach einen "dicken" Elko parallel auf die sekundär Seite des Netzteils aufzuschalten um zusätzlich zu sieben und zu glätten.
Damit gäbe es eine einfache "Prüfmöglichkeit" ob das Problem tatsächlich in den verbauten Elkos zu suchen ist oder halt eben nicht. Würde bei der Problemeingrenzung helfen und eine schnelle Möglichkeit per "Ausschuß" bieten.

Diese Idee möchte ich mal zur Diskussion stellen. Macht das Sinn?? Wenn ja unter welchen Rahmenbedingungen?? Was wäre dafür notwendig?? Was wäre zu beachten??

Bin sehr gespannt auf Eure Antworten und Ideen.

Viele Grüße
Jürgen

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#2 06.12.2016 13:41

uli_RC_Landsberg
Mitglied

Re: Schaltnetzteile und defekte Elkos

Klar Elkos - nicht nur die großen, sondern auch die kleinen, sind für die Funktion entscheidend. Aber das "Parallelschalten" eines großen Elkos ist vermutlich nicht zielführend, wenn z.B. die Sekundäre Schottky diode den Geist aufgegeben hat. Da gibt es in der Regel keine Sekundärspannung, wo der zusätzliche Elko was verbessert.
Sollte der sekundäre Glättungskondensator kaputt sein - gibt es 2 mögliche Scenarios: Kurzschluss oder Totaler Kapazitätsverlust durch Überdruck im Gehäuse. Im Kurzschlussfall wird das SMPS - wenn es zuverlässig und mit modernen ICs gebaut ist, dies erkennen und in einen Sicherheitsmodus gehen - da bringt der zusätzlicche Elko auch nichts, weil der parallele Kurzschluss ja weiter existiert. Also vergebene Mühe. Besser ist es, verdächtige Elkos schnell mal auslöten und mit dem Wert lt. Bedruckung auf dem Elko zu vergleichen.

Gravierende Fälle nicht funktionierender Schaltnetzteile machen sich auch optisch kenntlich durch sichtbaren Flurschaden (aus den ICs rausgesprengte chips verfärbte Platinen..)
Ist der Chip aus dem Viper IC gesprengt hilft es überhaupt nix wenn man hinten noch eine fetten Kondensator ranhängt. Damit kommt die Primärseite nicht ins Leben zurück...

Ausserden ist es zielführender wenn man mal, die Schaltung optisch genauer analysiert. Z.B. Gerät lässt sich nicht einschalten, obwohl die Hauptsicherung intakt ist. Sehe kleinen Schaltnetzteiltrafo dicht neben einem großen: Aha das Teil hat ein extra Standby Netzteil wegen der IR Fernbedienung und ein Hauptnetzteil . Also suche ich eine 5V Standby Spannung --> nicht da --> Netzteil tot. Spannung am heißen Ende des Trafos auf der Primärseite ist vorhanden. Elko am Standby Ausgang sieht gut aus ( bei gezogenen Netzstecker lässt sich eine Kapazität messen - einfacher test mit Ohmmeter - C wird kurzgeschlossen Ohmmeter angeschlossen -->erst wird ein geringer Widerstand angezeigt dann hochohmig) , Gleichrichter diode  sekundär nachgemessen - offen, keine Diodenfunktion --> ausgetauscht (Aufpassen man kann nicht Wald und Wiesen Dioden verwenden - meist kommen schnelle Schottky diode zum Einsatz! Das war es - Netzteil lief wieder.
Auch kleine Elkos die man so als Siebfutter ansieht können Überraschuingen bereiten, die Du mit der großes C anhängen Methode nicht finden kannst. Viele Schaltnetzteile erzeugen eine starke Ausgangsspannung aus der mit Tiefsetzstellern die niedrigen Hilfspannungen erzeugt werden. Die dazu benutzten ICs haben eine Power Good Eingang und werden meist durch die HAuptspannung freigegeben. Bei mir war ein Festplatten recorder auf dem Tisch der eine 12 Volt Versorgung hatte die dauernd lief aber das Gerät war mausetot und ließ sich nicht einschalten. - Durch die Bezeichnung auf einem weiteren IC auf der Netzteil Platine fand ich im Datenblatt auf die Beschaltungs möglichkeit des PWG pins und dort war ein 220µF Kondensator verbaut - auslöten zeigte dass der nur noch 33nF hatte und damit nicht ausreichend war um die 5V Versorgung einzuschalten. Austausch --> Gerät macht alls was es soll.  Großer Elko m Ausgang nicht zielführend.

Helfen tut da nur Wissen und Verständnis (mich haben Schaltnetzteil in meinem Berufsleben so neben bei etwa 40Jahre lang begleitet..)

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#3 05.02.2019 14:48

Klingeldraht
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Re: Schaltnetzteile und defekte Elkos

Hallo, bin neu im Forum. Hoffe ich finde hier Hilfe. Mein kleines Velleman Schaltnetzteil PSSE7  12-24V/ 5A macht nur noch kleine Stöme. Ab ca 1Amp pulst es im 2-Sekundentakt. Es knackt dabei leise. Hab' die kleinen Elkos gewechselt und die Großen durchgemessen. leider ohne Erfolg. R's und C's sind durchweg SMD's. Auch alle mal durchgemessen. Müssten auch i. O. sein. Wäre schade um die kleine Kiste. NP: ca 42EUR.
Beste Grüße aus Postelwitz, Bernd.

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#4 02.03.2019 00:18

Mista X
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Re: Schaltnetzteile und defekte Elkos

Pauschal irgendwelche Elkos parallel zu verschalten ist weder zielführend, noch bewirkt es den gewünschten Effekt.
Eher geht es darum herauszufinden warum das Netzteil nicht mehr anspringt.
Sind im Leerlauf alle Spannungen ok? Wenn nein ist es keiner der Ausgangselkos - außer diese sind deutlich gewölbt.
Liegt die Spannung daneben - beispielsweise statt 12V nur 8V und startet nur widerwillig - such doch mal nach einer defekten Referenzspannung - Vorzugsweise TL431.
Gerne gammeln auch mal Potileiterbahnen weg oder verdrecken. Netzteil bockt stur rum...

Zum Vellemann SNT:
Miss mal parallel zum Shunt für die Strommessung die abfallende Spannung und verfolge diesen Messwert bis zurück in die Strombegrenzung.
Aufpassen! Sekundärmasse nehmen... Primärmasse dürfte gut knallen oder Mist bei gemessen werden.
Manchmal sitzt auch ein Krabbelkäfer auf der Sekundärseite - dieser überwacht die Aktivitäten dort. Sprich: Stromaufnahme, Soll und Istwerte der Spannungen.
Der zieht im Falle einer Abweichung gerne die Reißleine und legt dir das NT lahm.
Hier mal bitte die Spannungen die anliegen mit denen die anliegen sollten aus dem Datenblatt vergleichen.
Fehlt eine der Spannungen oder weicht grob ab, hast du eine Richtung wo du weitersuchen kannst.

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#5 02.03.2019 20:29

Klingeldraht
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Re: Schaltnetzteile und defekte Elkos

Danke für die professionelle Antwort! Die Elkos hatte ich in Verdacht, da ich in letzter Zeit gehäuft Probleme an Audiogeräten hatte. Beim Vellemann hab' ich dann noch die 400V-Elkos (äußerlich OK) getauscht und siehe er tut's wieder. Ich hatte den NT an Halogen-Lämpchen 35 u. 20W getestet. Das ging gar nicht, da ja der Kaltwiderstand sehr gering ist. Jetzt schafft er aber problemlos 35W-Lämpchen. Bei 50 W steigt er wieder aus. Ich will das KX3- Funkgerät damit betreiben. Zu den Elkos noch: die müßte man sicher auch mit hoher Spannung testen. Davon würde ich bei 400V-Teilen dann doch lieber Abstand nehmen. Kosten ja auch nicht die Welt. Normale Schaltnetzteile eigentlich auch nicht aber meinem neusten Modell aus dem Reich der Mitte (10EUR) ist weder mit Drosseln noch mit dicken C's beizukommen. Hatte mich verleiten lassen, weil die Ausgangsspannung regelbar (ca 10-30V) ist.
Hatte noch ein 12V SNT von funkkiste.de rumliegen, das machte sich am Funkgerät auch vorbildlich! Hab' mal einen stepp-up konverter (bei eBay vom dt. Händler 3St.-5,60 EUR) drangehängt da der KX3 für 15W Outp. 15V benötigt), ging erstaunlicherweise auch störungsfrei. Hab aber nicht auf allen KW-Bändern probiert.
Für härtere Fälle weiß ich ja nun, wo ich nachsehen kann! Vielen Dank!
Viele Grüße aus dem oberen Elbtal, Bernd.

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