Rückblick Vernetzungstreffen Neuburg an der Donau

Reparatur-Cafés sind nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern auch für alle Beteiligten – Personen wie Institutionen: Nicht nur wird aktiver Umweltschutz betrieben durch das Vermeiden von Müll und das Einsparen fossiler Ressourcen, die durch eine längere Nutzungsdauer reparierter Gegenstände nicht verbraucht werden. Auch lokale Dienstleister und Händler können sich durch ein Engagement im Reparatur-Café als nachhaltig handelnd und wirtschaftend orientieren. Die beteiligten Reparateure und HelferInnen erleben ein tolles Miteinander, die Gäste vor Ort eine gute Zeit und können obendrein noch etwas neues lernen.  Und falls, wie im Falle des Reparatur-Cafés Neuburg an der Donau die Kommune an der Organisation und Durchführung des Projekts beteiligt ist, gewinnt auch sie – indem sie nachhaltiges Bürgerengagement unterstützt und das Ehrenamt fördert. Von diesen umfassenden Vorteilen ausgehend tauschten sich am Samstag, 13. Mai, 20 Reparatur-Aktive aus 12 Initiativen auf dem regionalen Vernetzungstreffen aus.


 

Bei allen Initiativen bestand großes Interesse daran, mehr Jugendliche und junges Publikum mit dem Angebot des gemeinsamen Reparierens anzusprechen oder auch als Mitwirkende zu gewinnen. Das RepairCafé Erlangen hat mit einem LED-Technik-Bastel-Angebot auf dem Weihnachtsmarkt gute Erfahrungen gemacht. Auch das Repaircafé Schwabmünchen hat Zulauf durch die junge Generation: Die Veranstaltungen finden im Jugendzentrum statt und werden in Kooperation mit der örtlichen Kolpinggruppe durchgeführt. Dadurch passiert das Reparieren schon an einem Ort, der von der jüngeren Generation frequentiert ist. Auch als Mitmacher Innen werden Jugendliche integriert, indem sie älteren Menschen digitale Technik wie Smartphones oder Internetnutzung erklären.  Wichtig scheint die Ansprache junger Menschen über neue Medien und soziale Netzwerke zu sein, da „klassische“ Medien wie Tageszeitungen nicht zu deren Informationsquellen zählen.

 

Diejenigen Initiativen, die von kommunaler oder städtischer Seite in der Organisation oder Öffentlichkeitsarbeit unterstützt werden, nehmen dies als große Unterstützung wahr. Hier kann es durchaus Sinn machen, selbst aktiv zu werden und Kontakt zu suchen und gemeinsam mit der Kommune zu überlegen, wo und wie eine Unterstützung sinnvoll sein kann. Die lokalen KlimaschutzmanagerInnen oder auch AbfallberaterInnen können als Ansprechpersonen aufgesucht werden.

Die Spendenbereitschaft der Gäste scheint bei den meisten Projekten hoch zu sein. Das Repair Café Gröbenzell berichtet, dass ein eigens von der örtlichen Kindergruppe gestalteter Pappmaché-Frosch mit großem Froschmaul das Spendenaufkommen vergrößern konnte  - es heißt also: Kreativ sein!
 

Im Neuburger Reparatur-Café entstand nach einem Vortrag von Stefan Schridde die Idee einer Wanderausstellung rund um Geplante Obsoleszenz, gut/schlecht reparierbare Produkte und Reparieren allgemein, die am Nachmittag in einer Brainstormingrunde aufgegriffen wurde. Die Teilnehmenden überlegten gemeinsam, wie eine solche Ausstellung realisierbar wäre, wer die Zielgruppe sein könnte und welche Inhalte sie transportieren kann. Das Thema soll in einer lokalen Arbeitsgruppe weiter verfolgt werden.

Mit einer Stadtführung durch die historische Altstadt von Neuburg an der Donau, die ein Reparateur aus dem Neuburger Reparatur-Café anbot, klang der Vernetzungstag aus.

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