Schülerreparaturwerkstatt Steiner-Schule München-Schwabing

Ich möchte über anstehende Veranstaltungen dieser Initiative per E-Mail informiert werden.


Schülerreparaturwerkstatt Steiner-Schule München-Schwabing
Leopoldstraße 17, 80802 München
Rudolf-Steiner-Schule Schwabing
Deutschland

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ANSPRECHPERSON
Walter Kraus

Weitere Informationen zur Initiative


Die Reparaturwerkstatt der Rudolf-Steiner-Schule München-Schwabing: ein innovatives pädagogisches Konzept zum praktischen Nachhaltigkeits-Lernen

Das Konzept: 12 Schüler/innen im Jugendalter reparieren in Zweierteams wöchentlich für je 1,5 Stunden defekte Geräte. Die Arbeiten finden im Rahmen des Wahlpflichtfaches „Reparaturwerkstatt“ statt. Für Holzarbeiten nützen sie die Holzwerkstatt, für Reparaturen an elektrischen Geräten, an Fahrrädern u.ä.  gibt es neu geschaffene Arbeitsplätze in der Physiksammlung. Mit dem Hausmeister reparieren die Schüler im Schulgebäude. Repariert wird alles, was Kund/innen während der Öffnungszeit der Reparaturwerkstatt einliefern. Kosten fallen nur an, wenn Ersatzteile benötigt werden, dies wird rechtzeitig mit den Kunden abgesprochen. Spenden dienen der  Werkstattausstattung. Das Konzept setzt auf „arbeitendes Lernen“. Nach der Methode des entdeckenden, erfahrungsgeleiteten Lernens sollen die Schüler/innen so weit wie möglich eigenständig heraus- finden, welche Defekte vorliegen und wie diese zu reparieren sind. Dazu nutzen sie auch digitale Medien wie z.B. Reparaturvideos auf YouTube. Die begleitenden ehrenamtlichen Reparaturanleiter greifen nur dann beratend ein, wenn die Schüler/innen allein nicht weiter kommen.

Pädagogische Chancen: Die große Bandbreite von Reparaturen, der Kontakt mit Kund/innen und die o.g. Methodik bieten eine Fülle pädagogischer Chancen: Praktische Fertigkeiten werden erworben, soziale Kompetenzen in der Zusammenarbeit gefördert, Selbstwirksamkeit erlebt, Nachhaltigkeitsbewusstsein entwickelt und Einblick in wirtschaftliche Zusammenhänge ermöglicht. Der erste, sehr erfolgreiche verlaufene Durchgang bestätigt, dass diese Effekte in kompakter Form erreicht werden.

Hintergrund: Junge Menschen leben in der Wegwerfgesellschaft, Nachhaltigkeit, Reparatur sind ihnen wenig vertraute Begriffe – sollen es aus der Sicht vieler Hersteller auch nicht sein. Diese setzen vielmehr auf Konsum, indem sie ihre Produkte „unreparierbar“ ausbilden oder suggerieren, dass man immer das neueste, „technisch beste“ Produkt besitzen muss - eine bewusste Verführung besonders für junge Leute. Sie können so  gar nicht die Freude am Selbermachen entdecken und zu aktivem, umweltbewussten Handeln kommen. Diesem Mangel soll das Konzept Reparaturwerkstatt entgegenwirken.

Förderbedarf: Erstmals wird an einer Waldorfschule eine Reparaturwerkstatt angeboten. Um die pädagogischen Chancen und Erfolge zu erforschen und zu kommunizieren, ist eine wissenschaftliche Begleitung geplant. Sie soll erheben, welche Wirkungen sich zeigen

  • für die Entwicklungsförderung von Schülern in der Pubertät,
  • für praktische Umweltbildung, Ressourcen- und Wertebewusstsein,
  • durch den Einbezug von Ehrenamtlichen und
  • den direkten Umgang mit Kunden/innen.

Die Ergebnisse werden dokumentiert und als Handreichung für weitere interessierte Schulen aufbereitet. Dazu sind Mittel im Umfang von ca. 15.000 € erforderlich.